Personal Branding – der Mensch als Marke?

Selbstdarstellung

Selbstmarketing, sich selbst als Marke darstellen – das hat besonders hier bei uns meist doch noch einen negativen Beigeschmack. Jemand, der für sich selbst wirbt, muss doch arrogant sein. Selbstverliebt und eingebildet. Aber muss das denn sein? Gerade wir Rollkunstläufer wünschen uns doch mehr Aufmerksamkeit für unsere Sportart. Brauchen wir da nicht auch ein paar „Leuchttürme“, die voran gehen?

Was ist Personal Branding?

Personal Branding: Ein Prozess, bei dem der Mensch sich selbst im Rahmen seiner Fähigkeiten, seiner Leistung oder seiner Karriere als Marke darstellt bzw. aufbaut.

Ziele, die mit diesem Prozess erreicht werden können, sind zum Beispiel:

  • Bekanntheit
  • Positive Reputation
  • Wiedererkennungswert

Insbesondere Sportler und ihre Sportarten können von einem gut gestalteten Personal Branding profitieren, da das Personal Branding in den Köpfen der Fans direkt in Verbindung mit der Sportart steht. Ein wichtiger Punkt ist hierbei, dass der Sportler sich authentisch darstellt. Ein Fake-Profil erkennen die Fans sehr schnell und wird negativ wahrgenommen. Daher empfinde ich es auch nicht als ratsam, wenn eine Agentur die Profile des Sportlers übernimmt. Beratung und Unterstützung kann aber durchaus sehr hilfreich sein, denn nicht jedem Sportler ist eine positive Außendarstellung in die Wiege gelegt. Zu Beginn sollte sich der Sportler evtl. gemeinsam mit einem Berater darüber Gedanken machen, was ihn ausmacht und wie er sich darstellen möchte. Dazu sollte sich der Sportler Fragen stellen wie zum Beispiel:

  • Welche Eigenschaften machen mich aus?
  • Welche Ziele verfolge ich auf sportlicher Ebene?
  • Welche Ziele möchte ich mit dem Personal Branding erreichen?

Sich selbst als Marke darzustellen, erfordert daher in erster Linie auch Mut sich selbst zu reflektieren und der Öffentlichkeit zu zeigen. Das heißt nicht, dass nun alles private in die Öffentlichkeit gezerrt wird, aber das ein Sportler unterscheiden muss, was privat bleibt und was er teilen möchte, um persönlich und authentisch an die Fans heranzutreten. Nicht jedem Sportler liegt das und so sollte man sich auch darüber vorher Gedanken machen. Hinzu kommt, dass man sich im Klaren sein muss, ob genug Zeit für die Aktualisierung der verschiedenen Online-Profile vorhanden ist. Soziale Netzwerke geben heutzutage jedem die Möglichkeit sich selbst als Marke aufzubauen, da es außer Zeit keine weiteren Kosten mit sich bringt.

Risiken und Nebenwirkungen

Natürlich hat auch das Personal Branding, wie alles im Leben, auch negative Seiten, die einkalkuliert werden sollten. Eine Selbstdarstellung kann natürlich auch nach hinten losgehen und am Ende wirkt der authentische Sportler doch eher arrogant oder ruft sogar einen Shitstorm hervor. Bei gut geplanten Inhalten sollte dies zwar meist verhindert werden können, aber gerade in solchen Fällen ist eine gute Beratung wichtig. Nicht jeder Sportler merkt, dass sein geschriebenes Wort auch schnell missverstanden werden kann. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch immer Follower, denen man es nie recht machen kann – auch der Umgang mit diesen Menschen ist ein wichtiger Punkt.

Risiken

  • Die Beiträge des Sportlers wirken eher unsympathisch – ob gewollt oder durch missverständliche Formulierungen.
  • Die Aktualisierungen benötigen Zeit und sollten regelmäßig durchgeführt werden. Eingestaubten Profilen möchte niemand folgen.
  • Ein paar Kritiker oder Neider hat jeder, aber nicht jeder Sportler hat die Selbstsicherheit sich dem auszusetzen.

Positive Effekte

Meiner Ansicht nach überwiegen die positiven Effekte des Personal Branding. Die Möglichkeit Marketing für seine Sportart zu betreiben, ist ein guter Grund sich selbst als Marke darzustellen. Letztendlich möchten wir doch alle Werbung für die Sportart machen, die uns am Herzen liegt. Positive Entwicklungen, die dadurch für den Sportler und die Sportart entstehen können, sind die Bekanntheit des Sportlers und der Sportart und dadurch neue Mitglieder für den Verein und Verband bzw. die Bindung junger Sportler an die Sportart. Für den Sportler selbst können sich durch die gute Reputation und den Wiedererkennungswert Möglichkeiten ergeben, Sponsoren und Unterstützer zu gewinnen.

Personal Branding sollte gut geplant, gut beraten und definitiv absolut authentisch sein. Jede Sportart braucht seine Vorbilder und seine Stars zum Anfassen für die Fans und Nachwuchssportler. So können durch eine gute Vermarktung des Sports und durch das Personal Branding von Sportlern sowohl die Sportart als auch der Sportler selbst Vorteile ziehen.

KategorieSportmarketing

Ich habe recht spät mit 11 Jahren mit dem Rollkunstlaufen begonnen, aber seitdem lässt mich der Sport nicht mehr los. Da ich Sportmanagement studiert habe, verbinde ich hier mein Studium mit meiner Lieblingsportart.

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