Crowdfunding – alle für einen?

Crowdfunding Fundraising Sponsoring Rollkuntlauf Sports

In einer Nischensportart Sponsoren zu erreichen ist oftmals ein schwieriges Unterfangen. Häufig erreicht man nur regionale Unternehmen, die den Sportverein vor Ort gern unterstützen möchten. Geht es aber darum große Projekte zu finanzieren, wie bspw. eine internationale Wettbewerbsteilnahme oder die Renovierung der Rollschuhbahn, wird es schwer die entsprechende Summe zu generieren. Hier kommt das Crowdfunding ins Spiel.

Onkel Klaus und Oma Berta finanzieren die WM-Fahrt

So könnte es sein, aber für das Crowdfunding gehören noch einige mehr dazu. Die Idee des Crowdfunding ist, dass hier nicht wenige Sponsoren große Summen, sondern viele Menschen kleine Summen zahlen. Dafür erhalten sie eine Gegenleistung wie zum Beispiel ein Mannschaftsfoto mit Autogramm oder eine Postkarte von der WM in „Weit-Weit-Weg“. Das Crowdfunding ist dabei direkt für ein bestimmtes Projekt ausgelegt.
Auf den verschiedenen Crowdfunding-Plattformen, die es inzwischen im Internet gibt, ist die Zeit eines solchen Projekts daher begrenzt. Falls die benötigte Summe bis zu dem festgelegten Zeitpunkt nicht erreicht wird, erhalten die Geldgeber ihr Geld zurück und der Sportler nichts.

Hat der Sportler sich aber gut überlegt, welche Summe er über das Crowdfunding generieren kann und jede Menge Werbung gemacht, stehen die Chancen sehr gut das Ziel zu erreichen oder sogar zu übertreffen.

Letztendlich sollte sich ein Verein ähnlich wie beim Sponsoring auch hier wieder steuerrechtlich schlau machen, da die generierten Einnahmen ebenfalls zum wirtschaftlichen Bereich gezählt werden.

Vor großen Meisterschaften kannst du im Internet auf verschiedensten Plattformen einige Rollkunstläufer aus der ganzen Welt entdecken, die entweder über das Crowdfunding oder auch Fundraising, das eher unserem „Spenden sammeln“ entspricht, Gelder für ihre Teilnahme sammeln. Viele tausend Euro oder Dollar kamen dabei schon zusammen und halfen den Läufern ihren Traum zu verwirklichen.

Blick in eine andere Sportart: Sprinter Sven Knipphals

Sven Knipphals Traum war es seit den Olympischen Spielen in London als Sprinter in der Staffel bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro am Start zu sein. Das Problem waren hier aber nicht die Reisekosten, sondern die Möglichkeit zu haben, bis dahin professionell trainieren zu können, um überhaupt mit nach Rio fahren zu können und dort die bestmögliche Leistung zu zeigen. Da Sponsoren derzeit noch fehlten und Sven als Chiropraktor nicht gleichzeitig Vollzeit arbeiten und sein Training vollziehen kann, hat er sein eigenes Crowdfunding-Projekt gestartet. Die Begrenzung des Projekts auf einen bestimmten Betrag, der zu erreichen ist, war der Grund, der Leichtathlet Sven Knipphals davon abgehalten hat, sein Crowdfunding-Projekt auf einer der üblichen Plattformen zu starten. Er richtete daher eine eigene Webseite dafür ein.

Auf seiner Crowdfunding-Webseite konnten Fans verschiedenste Produkte kaufen und ihren Sprinter somit unterstützen. Inzwischen ist die Seite in einen Fanshop verändert worden und ist über seine Webseite zu erreichen. Ein Nebeneffekt, der durch dieses Projekt entstand: Viele Medien interessierten sich für Knipphals Projekt und berichteten darüber. Durch dieses gesteigerte Interesse ergaben sich letztendlich auch weitere Möglichkeiten des Sponsorings und Sven schaffte sein Ziel in der Sprinter-Staffel in Rio an den Start zu gehen.

Ohne Kreativität und die Werbetrommel scheitert Crowdfunding

Crowdfunding ist eine gute Möglichkeit, um in die Öffentlichkeit zu treten und Gelder für bestimmte Projekte zu generieren. Ob dieser Weg sinnvoll ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden, denn natürlich erfordert es auch einen bestimmten Aufwand. Ohne ein wenig Kreativität und das Rühren der Werbetrommel wird jedes Crowdfunding-Projekt scheitern, aber es bietet eben auch die Chance, dass es gelingt und dadurch große Ziele erreicht werden.

 

 

 

KategorieSportmanagement

Ich habe mit 11 Jahren erst recht spät mit dem Rollkunstlaufen begonnen, aber seitdem lässt mich der Sport nicht mehr los. Da ich Sportmanagement studiert habe, verbinde ich hier mein Studium mit meiner Lieblingsportart.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.